Sexuallockstoffe im Schweiß des Menschen - Warum schwitzen erotisch ist

Der Gedanke an einen nach dem Sport vor Schweiß triefenden Körper hat für die meisten Menschen eher die Wirkung eines gänzlichen Abturners. An Erotik ist bei Vielen nicht zu denken.

Die sogenannte Hyperhidrose (Starkes Schwitzen) ist für viele Menschen in zahlreichen Lebensbereichen ein echtes Problem. Sei es durch Schweißflecken unter den Achseln, stinkende Schweißfüße oder einen Händedruck unangenehm machende Schweißhände ... Schwitzen ist für die Betroffenen mehr als nur lästig. Davon abzugrenzen ist die "normale" Schweißbildung, die eine vollkommen natürliche und Funktion hat: zum einen zur Regulation der Körpertemperatur, zum anderen aber auch zur Signalisierung der Paarungsbereitschaft, was mittlerweile auch wissenschaftlich erwiesen ist.

Untersuchungen nämlich jedoch ergeben, dass bei direkter physikalischer Gegenüberstellung eine durchaus anziehende bzw. bisweilen hoch erotische Wirkung von Pheromonen festzustellen ist. Der Grund liegt in dem bewusst und unterbewusst wahrgenommenen Schweißgeruch.

Der menschliche Schweiß ist ein komplexes chemisches Konstrukt, in dem unter anderem auch weitestgehend geruchlose Sexuallockstoffe, die sogenannten Pheromone, enthalten sind. Durch den Ausstoß dieser Pheromone wird Paarungswilligkeit signalisiert, die je nach Gemütszustand des Gegenübers verschieden aufgenommen wird.

Signalisiert beispielsweise ein Mann durch seinen Geruch nach Sexuallockstoffen seine Paarungsbereitschaft, wirkt dies auf andere männliche Objekte wie ein Abstecken des Territoriums. Frauen, die gerade in ihrer fruchtbaren Phase sind, fühlen sich eher angezogen vom Schweißgeruch, da die gespürte Erregung die Urtriebe nach Fortpflanzung weckt. Dagegen wirken die Pheromone bei Frauen in der menstrualen Phase eher entgegengesetzt. Diese Wirkungsweise der Pheromone ist trotz der Evolution des Menschen in ein geistig höher entwickeltes Wesen noch ein Relikt aus dem Tierreich, wo die Vorgänge ähnlich sind und Automatismen hervorrufen.

Produziert werden die Pheromone in den apokrinen (Schweiß-)Drüsen, die sich in den Achseln, an der Brust, der Kopfhaut und im Schambereich befinden. Im Gegensatz zu den ekkrinen Schweißdrüsen am restlichen menschlichen Körper bildne sich die apokrinen Schweißdrüsen erst im Laufe der Pubertät aus.

Für die Wirkung im sexuellen Verhalten sind vor allem drei Stoffe verantwortlich: Androstenol, Androstenon und Copuline.

Suche

Anzeigen

Themen

Über diese Seite

Zusammenfassung

Schweiß ist nicht immer eklig. Was ist die Ursache dafür, dass schwitzende Menschen eine hocherotische Ausstrahlung haben können?